Bühlmann Recycling https://bbr.ch Bei uns sind Ihre Abfälle glücklicher Mon, 01 Jul 2024 06:42:06 +0000 de-CH hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.1 https://bbr.ch/wp-content/uploads/2020/02/cropped-favicon-32x32.png Bühlmann Recycling https://bbr.ch 32 32 Für unser strahlend weisses Lächeln https://bbr.ch/fuer-unser-strahlend-weisses-laecheln/ Mon, 01 Jul 2024 06:26:10 +0000 https://bbr.ch/?p=4225 Zusammen mit dem Schweizer Verband des Dentalhandels und dem Verein OSD Ökologie und Sicherheit im Dentalhandel haben wir an der Fachmesse Dental in Bern auf das Recycling in Zahnarzt-Praxen aufmerksam gemacht und sensibilisiert. Während den drei Ausstellungstagen vom 6. bis 8 Juni durften wir auf die umweltbewusste Haltung und umweltgerechte Handlung hinweisen, damit sich auch die Dentalmediziner mit der Rückgewinnung von Werkstoffen und der Eliminierung von Schadstoffen befassen – so wie es andere Berufsgruppen auch tun.

Das Recycling von Dental-Werkzeugen und Zahnmedizin-Geräten geht weit über den hässlichen Bohrer und der vorgängigen Angst vor der Spritze hinaus. Gefährliche Stoffe wie Gase, Medikamente, Klebstoffe oder Flüssigkeiten müssen vorgängig aus den Apparaten entfernt werden. Das geschieht entweder vom Hersteller direkt oder von einem anderen Spezialisten, die sich um diesen Sonderabfall kümmern. 

Nach diesem Prozess führen wir eine Eingangskontrolle durch, bevor wir ein Gerät recyclen können. Diverse Kunststoffe, Eisenteile und Edelmetalle aus der Zahnmedizin helfen genauso mit, neuen Werkstoff zu produzieren – das ganz im Sinne für unsere gesunden Zähne, denen ein hässlicher Bohrer fremd ist 😊, weil sie so strahlend lächeln. 

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Bauboom = Recyclingboom https://bbr.ch/bauboom-recyclingboom/ Mon, 10 Jun 2024 07:46:28 +0000 https://bbr.ch/?p=4207 Auch wir sind im Recycling von Abbruchmaterialien, in der Annahme von Bauschutt und Industrie- oder Gewerbeausschüssen aktiv – und schätzen unsere Kundschaft aus Industrie, Bau und Gewerbe sehr. Industrie und Bauwirtschaft sind gefordert, nachhaltig und ressourcenschonend zu agieren. Dass doppelt mehr Bauschutt anfällt, damit sei zu rechnen und wird so bis ins Jahr 2055 prognostiziert:
https://baumeister.swiss/labels-erhoehen-zahlungsbereitschaft-fuer-recycling-baumaterial-deutlich-2/

80% vom Bauschutt und Aushüben werden wieder eingesetzt für Renaturierungen oder neue Gebäude. Leider sei der höhere Preis und die mangelnde Erfahrung für Recyclingbeton matchentscheidend, um ihn auch einzusetzen.

Asche zu Asche. Erde zu Erde.

Beton wird Beton, Ziegel wird Ziegel, Flachglas wird Flachglas, Verpackungsmaterial zu neuem Kunststoff oder Karton – 80% unseres Abfalls stammen von Baustellen und dürfte wie bei uns täglich bewiesen auch hier ins Recycling gelangen. Leider sei ein schmutziges Geschäft im Gange, wie der Tagesanzeiger berichtet, das Bundesamt für Umwelt meldet und der Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen publiziert.
https://www.tagesanzeiger.ch/illegale-entsorgung-von-schweizer-bauschutt-252965873976

Auch Ausschüsse, Überproduktionen, verursacht durch Fehlkonstruktionen oder Bestellstornierungen, bringen uns wichtige Kundenaufträge und sorgen im Kreislauf für beste Sekundärrohstoffe. Eine Momentaufnahme: Angeliefert wurden 1’170 kg Recyclingware aus Blech, elektronischen Kleinteilen, Stanzabfällen und zum Teil fixfertig produzierte Produkte. Sie landen bei uns im Recycling und werden nach der Handverfrachtung professionell recycliert. Hinzu kommen Wellkarton-Schachteln mit Stopfmaterial, um die produzierte, bestellte aber nie ausgelieferte Ware zu verpacken. Da wurden an einem Tag alleine 2640 kg im Anhängerzug auf 16 Paletten angeliefert. Einmal in unserer Kartonpresse gelandet, gibt das 5 Ballen zu rund 500kg reinstem Karton, der für eine neue Produktion eingesetzt werden kann.

Vor 1990 gebaute Gebäude werden übrigens laufend saniert, aus Klimagründen und für die Nachhaltigkeit. Diese Sanierungsbedürfnisse verursachen neben mehr Bauschutt auch den Anstieg von Asbesttoten. Das wiederum stellt eine weitere Gefahr für viele Menschen im Bau- und im Baunebengewerbe dar. Wir als Recyclingbetrieb sind «so nebenbei» erwähnt einmal mehr herausgefordert, uns für einen konsquenten Schutz unserer Mitarbeitenden einzusetzen.
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/asbest-noch-immer-realitaet-zahl-der-asbest-toten-steigt-ein-ende-ist-nicht-absehbar

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Food in Mogelpackungen https://bbr.ch/food-in-mogelpackungen/ Thu, 28 Dec 2023 14:17:12 +0000 https://bbr.ch/?p=4101 Sie bleibt ein Dauerbrenner: Die Pizzaschachtel. In jedem gefühlten Monatszyklus landen die grossen Fragen an die Presse, was an einer Pizzaschachtel im Karton entsorgt so falsch sei. Wir können von unserer Seite berichten, wie wir zu diversen Lebensmittelverpackungen stehen, und warum Milchverpackungen aus Tetrapak kaum recyclierbar sind und Milchflaschen aus Polyethylen in der Bauindustrie doch nicht mehr auf dem Getränkemarkt landen.

Denn nicht jedes Material ist für das Recycling und die Gewinnung von Sekundärrohstoffen geeignet. Das nennt sich Greenwashing, wenn wir eine Haltung vorgeben würden, mehr für die Umwelt zu tun, als uns eigentlich möglich ist. Ein paar Beispiele gefällig? Eine Pizzaschachtel mit Aluminium-Beschichtung für die Wärmespeicherung oder mit Essensresten aus Fett ist kein reiner Karton. Wir müssten die Alubeschichtung manuell vom Karton trennen und uns wegen Salami- und Mozzarella-Resten vor Ungeziefer hüten. Genauso komplex steht es um den Tetrapak-Milchbehälter, der mit seinem Restinhalt und seiner Zusammensetzung ein Recycling schier unmöglich macht, weil da ja kein reiner Karton drinsteckt – und ein paar zähe Milchbakterien.

Auch wenn wir uns wiederholen mögen, die Verpackungsindustrie macht uns Konsumenten und Recyclisten mit ihren Verbundstoffen keinen Gefallen – allen Lebensmittelhygiene-Gesetzen zum Trotz, reine Verpackungen, die als Stoffe voneinander sortenrein trennbar sind, sind wünschenswert. Nichts gegen Convenience, das bequeme Essen vom Pizzakurier oder von der Tankstelle: Doch warum ist das Clubsandwich eines bekannten regionalen Fleischproduzenten neu in einer aus Papier aussehenden Folie verpackt? Das ist eine Mogelpackung und Greenwashing zugleich. Eine Aluminiumfolie wäre immerhin recyclierbar. Nachhaltige und wiederverwendbare Lebensmittelverpackungen stehen oben auf der Wunschliste – weniger Plastik sowieso und bitte auch keine Verbundstoffe, die keinem reinen Recyclingmaterial zuzuordnen sind!

Die Meinungen von Verbrauchern werden zu Recht bissiger, weil die Verunsicherung an der Sammelstelle steigt. Wohin nun mit der Folie, die wie Papier sein möchte? Sollte der Boden der Pizzaschachtel gewaschen, der Deckel abgeschnitten oder doch lieber sperrig im Abfallsack verstaut werden? Wir raten euch zur dritten Variante: drückt die leere Pizzaschachtel mit eurem Eigengewicht zusammen, steht drauf und macht sie klein, denn sie gehört in den Abfall. Alle Verpackungen mit Essenresten könnt ihr sowieso in den Müll schmeissen. Jede Lachsschale oder der Styroporboden des Poulets sind verschmutzt, schaden auch uns, weil wir als Recyclisten saubere Arbeit verrichten und keine Müllmänner und Müllfrauen sind. Auswaschen mit heissem Wasser und Seife nützt wenig, weil dies hygienisch und energetisch fragwürdig ist.

Recycling funktioniert nur dann, wenn das Material eindeutig und sein Stoff sortenrein ist, von uns reiner gemacht werden kann und bis zum höchsten Grad an Reinheit wieder in den Kreislauf für neue Rohstoffe gelangen kann. Ihr dürft uns auch immer fragen, wenn etwas unklar ist. Dass wir eure Milchflaschen aus Kunststoff in unserem PE-Recycling weiterverarbeiten, hat auch seinen Grund: Anders als im PET-Recycling für ein nächstes Leben als Getränkeflasche, können in einer recyclierten PE-Milchtrinkflasche keine neuen Milchprodukte abgefüllt werden. Das reine recyclierte Polyethylen PE kommt zurück in die Bauindustrie als Rohr oder als Kabelmantel.

Mehr zum Thema Kunststoff und Lebensmittelverpackungen findet ihr auf Deutsch und Französisch unter diesen Links:

https://corporate.migros.ch/de/Magazin/2019/plastik-recycling.html

https://www.arte.tv/de/videos/110062-000-A/fragestunde-plastikmuell/

https://www.rts.ch/info/monde/14481307-comment-le-rwanda-sest-debarrasse-du-plastique-jetable-pour-preserver-lenvironnement.html

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Pfui! https://bbr.ch/pfui/ Wed, 11 Oct 2023 03:45:14 +0000 https://bbr.ch/?p=4067 Wenn UNO-Generalsekretär Anònio Guterres zur Eröffnung des Klimagipfels mit seinem Zitat «Die Menschheit hat das Tor zur Hölle aufgestossen.» drastische Worte wählt, dann zu Recht: Die Chancen, den Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens nachzukommen, schwinden rapide. Während die Menschheit verzweifelt versucht, Ressourcen zu schonen, einzusparen, zu entsorgen und dank Recycling Sekundärrohstoffe in den Produktions-Kreislauf zurück zu bringen, tauchen alte Probleme in Deponien auf, die es in sich haben: Weil sie für Mensch, Tier und Natur hochgefährlich sind. Da geht es nicht nur um den mittlerweile bekannten Asbest, der geschätzt in jedem Bau vor 1990 als Isolationsmaterial verwendet wurde und für viele Berufsleute tödlich endete. Es tauchen Rückstände von Sonderabfällen auf, an deren Konsequenzen vor 30, 40 Jahren niemand gedacht hat – nicht dran denken konnte, weil unbekannter Müll vergraben wurde. Da dümpeln also Giftstoffe jahrelang in der Erde vor sich hin und verschmutzen Grundwasser – und nun wird abgetragen wie in Kölliken, Bonfol und Solothurn. 

«Aus den Augen aus dem Sinn» gilt auch dann, und sei es noch schlimmer aus Geiz geschehen, wenn ein Lösungsmittel im Karton versteckt wird.  Sonderabfälle kosten einen Extra-Transport, sie brauchen eine Extra-Fahrbewilligung und eine Extra-Behandlung bei uns im Recyclingprozess. Ein falsch entsorgter Nitroverdünner erhöht nicht nur die Brandgefahr in unseren Betrieben, er bringt unsere Mitarbeiter in hohe Gefahr, weil sie dem Materialfluss vertrauen müssten, sei dies beispielsweise beim Sortieren von Karton, wo sich viel Fremdmaterial drin verstecken kann. Die Mehraufwände für Betriebsschutz und Arbeitssicherheit tragen wir selber, weil wir nicht immer darauf vertrauen können, ob die Anlieferungen dem Recyclingmaterial entsprechen, das uns angegeben wird. In jedem Fall geht die Gesundheit der Mitarbeitenden vor, also zählen wir auf das korrekte Entsorgen von Sondermüll – und dazu gehören radioaktive Stoffe, Asbest und die hochgiftigen Industrie-Rückstände wie per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS), polychlorierte Biphenyle (PCB) und Pentachlorphenol (⁠PCP⁠). Das sind thermisch, biologisch und chemisch nicht abbaubare Stoffe, die früher beispielsweise in Feuerlöschern, in der Uhrenindustrie, als Transformer-Öl, auf dem Bau und für wetterfeste Kleidung verwendet wurden und heute verboten sind – und leider in stillgelegten Deponien lagern. 

Bevor ein Lastwagen seine Ware bei uns kippt, kontrolliert er sie gegen Radioaktivität – auch danach, wenn die Ware gekippt ist, wird nochmals nach radiologischen Stoffen gesucht. Das Kontrollgerät, ein Portal zum Durchfahren, ist eine enorme Investition für uns. Genauso sind es die regelmässigen Schulungen und Instruktionen, um den Sicherheitsanforderungen gerecht zu bleiben. Die Sensibilisierung ist sehr hoch bei uns im Betrieb, und sie sollte es genauso bei der Bevölkerung sein: Ein Fläschchen Radonpulver in Opa’s Keller ist tödlich, wenn es geöffnet und eingeatmet wird. Obwohl Radon schon zu Zeiten von Charlie Chaplin giftig war, es wurde für Radon-Kuren propagiert.  https://de.wikipedia.org/wiki/Radonbalneologie

Einzelne Fehlwürfe beim Entsorgen können immer passieren, doch oha lätz: wenn eine spezialisierte Recyclingfirma jeden Tag eine Tonne Batterien in seinem Materialfluss findet, wo keine drin sein sollten, ist dringender Erklärungsbedarf angesagt. Stellt euch vor, wir müssten soweit gehen, dass ihr wie im Flughafen identifiziert werdet, um sicherzustellen, dass ihr keine Batterien in den Kaffeekapseln unterjubelt.  Ein gewisses Mass an Gift-Rückständen und Nanopartikeln mögen wir wohl alle vertragen, sonst wären wir nicht mehr da. Und zu viel Schweizer Fisch sei auch nicht geraten: In jedem untersuchten Exemplar wurden PFAS-Rückstände gefunden. 

Hoffnungsschimmer gibt es ein paar, weil die Forschungsarbeiten auf Hochtouren laufen, um Lösungen und Ideen für den Ersatz von Sondermüll zu finden. Eine Tatsache bleibt: Das ganze Rad muss bei den Produkteherstellern anfangen zu drehen und darf nicht erst im Recycling ins Rollen kommen, wenn die Menschheit nicht mehr weiss, wie sie ihren selber verursachten Müll entsorgen soll – sie merkt ja erst 30, 40 Jahre später, wie zerstörerisch dieser ist. 

Ein paar Beispiele aus der aktuellen Szene:
Forschung für neue Möglichkeiten von Durchflussbatterien

https://www.chemie.de/news/1181052/durchflussbatterie-der-naechsten-generation-stellt-rekorde-auf.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=chemde&WT.mc_id=ca0259

Plastik mit Strom auflösen:

https://www.chemie.de/news/1181012/die-zukunft-des-recyclings-koennte-eines-tages-darin-bestehen-plastik-mit-strom-aufzuloesen.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=chemde&WT.mc_id=ca0259

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Hier kommt mehr als heisse Luft. https://bbr.ch/hier-kommt-mehr-als-heisse-luft/ Mon, 25 Sep 2023 17:34:16 +0000 https://bbr.ch/?p=4055 Der letzte Blogeintrag zum Thema „Lithium“ ist nicht lange her und verdient ein Update, weil sich europaweit was tut auf politischer Seite und auf Verbandsebene. Jeder einzelne Brand in einem Recyclingbetrieb ist einer zu viel und bringt uns Recyclisten in Lebensgefahr. Abgesehen davon, welche Versicherung will bei solchen Gefahren mitmachen? 

Wird die Brandursache durch eine Lithium-Batterie oder einen Lithium-Akku ausgelöst, und hierfür braucht es wenig, bleibt ratloses Kopfschütteln über unser Konsumentenverhalten übrig. Jedes batteriebetriebene Elektrogerät ist bereits beim Kauf mit der vorgezogenen Recyclinggebühr für eine umweltgerechte Entsorgung abgegolten. Es muss lediglich an der Sammelstelle in die dafür vorgesehenen Behälter gebracht werden, entweder in die Batterienbehälter oder in den Elektroschrott.

Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.

Wer nicht hat als Jugendlicher heimlich geraucht – Nielen, Tabak, Shishas? Mit Streichhölzern und Feuerzeug den Glimmstengel angezündet, gut durchdacht, sich in der Rauchwolke nicht erwischen zu lassen. Wer unter euch Kindern versucht es, heimlich zu dampfen? Dampfen als das neue Rauchen. Ohne Feuer mit Lithium-Batterie betrieben, im Einwegrohr, mit Wassermelone, Straw Berry Cheese Cake Geschmack versetzt? Diese “Vapes” sind fröhlich, farbig gemacht und leider genauso schädlich wie die konventionelle Zigarette. Sie schaden genauso, weil sie nicht nur eine Gefahr für Minderjährige und für jeden Recyclingbetrieb mit unseren Mitarbeitenden darstellen – hochentzündlich wie ein Waldbrand von einer brennenden Kippe ausgelöst. Falsch entsorgt, löst so ein Vape genau gleich leicht ein Feuer aus. Nun ist die E-Zigarette nicht gleich E-Zigarette. Es gibt sie als Einweg-Glimmel, der schneller verpufft als die Lithium-Batterie, die ihn betreibt. Statt dem Aufladen oder dem Austauschen der Batterie landet der Glimmstengel wie ein Räuchlein im Nirwana, obwohl die Lithium-Ionen eine Kapazität von mehreren hundert Milliamperestunden aufweisen. Was dieses Rauchzeug angeht, ist es für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung mehr als kritisch – vegane und klimademonstrative Lebenshaltung hin oder her. 


Die Friedenspfeife gegen das Problem

Hochaktuell berichtet die Presse über die schweizweite Rücknahmelösung in Form des „Vape Recycling Bag“, und der gehört zurück an den Kiosk oder an unsere Sammelstelle, aber nicht in den Haushaltmüll – auch wenn niemand wissen darf, dass heimlich gedampft wird, den gebrauchten Glimmstengel zu verstecken, das funktioniert ganz easy im Recycling Bag – und die Frau am Kiosk kennt euch ja schon und ist hoffentlich nicht eure kontrollierende Mutter. 

Mit dieser Branchenlösung ist wohl ein komplettes Verbot der Einweg-E-Zigaretten vom Tisch – falls ihr an der batteriebetriebenen Einweg-Zigarette hängt, dann macht beim korrekten Recycling mit – oder hört noch besser mit dem Rauchen auf:

https://www.vape-recycler.ch/

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Li wie Lithium https://bbr.ch/li-wie-lithium/ Mon, 07 Aug 2023 12:17:13 +0000 https://bbr.ch/?p=4029 So wie ein weggeworfener Glimmstengel einen Waldbrand auslösen kann, ist die E-Zigarette genau gleich gefährlich – ausser sie wird die konventionelle Zigarette korrekt im Aschenbecher entsorgt, und der ist weder in der Natur zu finden, noch im Hauskehricht, doch an der Sammelstelle bei uns.

Lithium (Li) ist leicht entzündlich, da es ein sehr reaktives Metall ist. Die hohe Reaktivität dieses Alkalimetalls entsteht dadurch, weil es nur ein Valenzelektron in der äusseren Elektronenschale hat. Ein Valenzelektron ist weit entfernt vom Atomkern und wird daher leicht von anderen Atomen oder Molekülen angezogen, was zu einer starken chemischen Reaktivität führt.

Kommt Lithium mit Luft in Kontakt, reagiert es schnell mit dem darin enthaltenen Sauerstoff. Aus dieser Reaktion entsteht Wärme. Ist die Temperatur hoch genug ist, kann sich Lithium spontan entzünden. Lithiumbatterien sind mit einer elektrolytischen Lithium-Lösung gefüllt. Falls eine Fehlfunktion in der Batterie entsteht, können Kurzschlüsse entstehen, die eine schnelle und intensive Reaktion hervorrufen, die als thermisches Durchgehen oder thermische Reaktion bekannt ist. Während dieser Reaktion setzt die Batterie eine erhebliche Menge an Wärme frei, und die hohen Temperaturen können den Zerfall der Batterie beschleunigen und sogar zu einem Feuer führen.

Wegen der elektrochemischen Reaktion, die Energie erzeugt, wird es unmöglich, einen Brand mit Wasser oder Schaum zu unterbrechen. Es braucht den Einsatz von speziellen Löschmitteln wie Pulverlöscher oder CO2-Feuerlöscher, die das Feuer ersticken und die Temperatur senken können. Diese Löschmittel entziehen dem Feuer den Sauerstoff und stoppen die Verbrennung. Aus Sicherheitsgründen gegen Brand wird Lithium in einer aufs Minimum reduzierten Sauerstoff- Atmosphäre oder in ölhaltiger Flüssigkeit gelagert und transportiert. Beim Umgang mit Lithium und Lithiumbatterien ist also besondere Vorsicht geboten, um Unfällen vorzubeugen.Auch wir sind äusserst bedacht, Lithiumbatterien korrekt zu lagern, zu laden und weiter zu transportieren.

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, bewahren wir die Lithiumbatterien in einem sicheren Behälter auf und «ersticken» die Gefahren mit einem Streu aus Vermiculit, einer mineralischen Masse, die isolierend in der Gemüseindustrie oder als saugfähiger Streu in der Tierhaltung verwendet wird. Diese unbrennbare Füllmasse schützt vor mechanischen Stössen und absorbiert Gefahrenflüssigkeiten. 

Lithium kommt in der Natur hauptsächlich in Verbindungen vor. Es wird in verschiedenen Formen abgebaut, darunter Lithiumcarbonat, Lithiumhydroxid und Lithiumchlorid. Dank der geringen Dichte, der hohen Elektrochemie und der hohen Reaktivität hat Lithium eine Vielzahl von Anwendungen, weil die Energie über längere Zeit gespeichert werden kann:

Lithium-Ionen-Batterien in mobilen Geräten wie Smartphones, Laptops und Elektrofahrzeugen 

Lithium in der Medizin zur Behandlung von bipolaren Störungen 

Lithium für die Luft- und Raumfahrtindustrie in speziellen Legierungen und als Treibstoffkomponente 

Lithium für die Herstellung von Schmiermitteln wie Lithiumfett 

Lithiumverbindungen in der Keramikindustrie für Glasuren und Gläser 

Lithium in der Nuklearenergie für die Kernfusion und bestimmten nuklearen Reaktoren als Brennstoff 

Lithium in alltäglichen tragbaren Gadgets wie Bluetooth-Kopfhörer, Fitness-Tracker, Lautsprechern

Lithium-Batterien in grossen Energiespeichersystemen für Solarenergie- und Windkraftanlagen 

Lithium in Werkzeugen wie Bohrmaschinen, Schraubendreher und Sägen

Lithium ist also mit seiner hohen Energiedichte und Leitfähigkeit ein wertvolles Element in der modernen Technologie und Energiespeicherung. Der Abbau von Lithiumressourcen und die umweltfreundliche Entsorgung von Lithium-Batterien stellt uns Menschheit vor wichtige Herausforderungen.

Umso wichtiger ist es, Lithium-Batterien sorgfältig zu verwenden und zu entsorgen. Achtet darauf, die richtigen Entsorgungsvorschriften zu befolgen, um die Umwelt zu schützen und entsorgt sie bei uns!

Zurück zur Zigarette:

Ja, Lithium-Batterien sind auch in E-Zigaretten vorhanden. Diese wiederaufladbaren Geräte mit einer Flüssigkeit in Form von E-Liquid oder E-Juice ersetzen die herkömmliche Tabak-Zigarette – und gehören genauso umweltgerecht entsorgt – an unserer Sammelstelle!

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Alle Farben im glasklaren Blick https://bbr.ch/alle-farben-im-glasklaren-blick/ Mon, 12 Jun 2023 18:30:17 +0000 https://bbr.ch/?p=4004 Jetzt, da die Saison durstiger wird, lohnt sich der Blick in unsere Glascontainer. Bei uns trennen wir das Glas nach Farben: Braun. Grün. Weiss. Und wir trennen in einem separaten Container das sogenannte Flachglas, der für eure Parfümflaschen, Vasen oder Glasteller zur Verfügung steht. Flachglas enthält Blei, verunreinigt das Glas, eignet sich nicht für die Getränkeindustrie und wird deshalb separat entsorgt.

Zurück zur Farbenkombination Braun-Grün-Weiss: Diese zu unterscheiden, ist nicht so schwierig. Auch, wenn es euch nicht absichtlich passiert, wir fischen etliches Braunglas aus dem Grünglas oder Weissglas aus dem Braunglas – in allen Varianten. Das tun wir an der Sammelstelle und krallen auch Fremdkörper wie Ölflaschen und Keramik aus dem entsprechenden GLAS-Container heraus. Hinter den Kulissen geht es ähnlich weiter: eine gemischte Box trennen wir ebenfalls nach Farben und suchen vor allem das wertvolle Weissglas heraus. Auch hier ist es reine Handarbeit, von Menschen mit der Schaufel verrichtet. Da haben also Essigreiniger, Blumentöpfe oder sogar Spraydosen nichts in der Glasbox verloren. Beim Ablad kommt die ganze Wahrheit sowieso auf den Haufen und wir trennen – so gut es geht – weiter aus, was schon im Haushalt hätte begonnen werden können. 

Wir als Recycler sind tunlichst erpicht, das von euch so fleissig gesammelte und getrennte Recyclingmaterial so sortiert und rein wie möglich in den weiteren Prozess abzuliefern – nur so entstehen neue Produkte wie Glasflaschen. Dass aus einer braunen Bierflasche nie eine weisse Rosé-Flasche geboren wird, ist nachvollziehbar. Es ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll, Glas nach Farben zu trennen: Denn bei allen drei Farben bleibt der Herstellungsprozess derselbe, um neue Flaschen zu produzieren. In Braun-Grün-Weiss, je nach Getränk, Marke und Vorliebe. Wir Konsumenten mögen es übrigens besonders aus weissen Gläsern zu konsumieren, weil wir den Inhalt gut erkennen. 

Aus gemischtem Recyclingglas kann man nur noch Schaumglas oder Isolation herstellen. Und weil die Saison durstiger wird, brauchen wir mehr recyclierte Getränkeflaschen aus Glas. In Braun. Grün. Weiss.  

Extratipp: Blaue Flaschen dürfen ins Grüne. Der „Chlöpfwein“ Cava Freixenet ist nicht schwarz, aber in einer braunen Flasche abgefüllt. Man ziehe nur etwas an ihrem Hals. Das gilt auch für die in Weiss gehüllten Glasflaschen, die sind meist grün drunter.

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Was wir als Recycler alles tun – und tun müssen.  https://bbr.ch/was-wir-als-recycler-alles-tun-und-tun-muessen-2/ Fri, 17 Mar 2023 14:31:42 +0000 https://bbr.ch/?p=3993 Zum globalen Weltrecyclingtag vom 18. März 2023:

Ein Blick hinter eure Abfallverwertung und die Rechte und Pflichten dahinter. 

Mit Umfrage: Was tut ihr so fürs Recycling?

Was wir tun – Teil 2

Wir investieren viel in Mitarbeiter und Maschinen, sind aktiv im Verband VSMR – die Schweizer Recycler und halten uns an Normen und Gesetze, damit aus Abfall wertvoller Sekundärrohstoff und so neue Produkte entsteht. In der Kreislaufwirtschaft gibt es klar geregelte Pflichten auf Strasse, für Maschinen, Materialien, Energie, Sicherheit – und vor allem den Menschen am Arbeitsplatz. Unser Sicherheits- und Qualitätsbeauftragter Sacha Moser muss sich intensiv um Schutz, Paragraphen und Pflichten kümmern und deren Einhaltung kontrollieren. Kein einfacher Job, doch es braucht ihn mehr denn je, und das in allen Standorten unserer Gruppe.

Fraglich, die Konsequenz bis zum Schluss? 

Wusstet ihr, dass der Verbrauch von CO2 bei einem einzelnen Bürger derzeit 30 Tonnen beträgt, das Ziel bis 2030 bei, ja VIER Tonnen ist? Werden Vorschriften regeln, weniger Käse zu essen, weil die Kuh zu viel CO2 ausstösst? Oder wird ein Veganer auf seine energetisch hohen Ernährungszusätze aus der Pharma verzichten? Gibt es zu Weihnachten entweder das Fondue Chinoise oder 100 Kilometer mit dem fossil betriebenen Auto, wie uns die Presse sensibilisieren will? 

«Das Paradoxe bleibt, wenn an Klimademos Tonnen an Abfall auf der Strasse liegen bleiben oder die Ambulanz wegen angeklebten Menschen nicht zur Unfallstelle kommt. Die Konsequenzen zu Ende denken, das wünschte ich mir. Warum klappt ausgerechnet bei den Anlässen von Klimaaktivisten die Abfallentsorgung nicht? Ich selber bin als Taucher aktiv in einer Gruppe, die Schweizer Seen säubert. Das geht immer in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Recyclingbetrieb, der uns hilft, den Abfall fach- und sachgerecht zu entsorgen», beobachtet Sasha Moser.

Neue Abfälle stellen umweltbewusste Konsumenten vor ein Rätsel beim Trennen – ein Recyclingbetrieb hingegen steht vor vielen anderen, offenen Fragen, wie ein neuer Verpackungs-Kunststoff der Kreislauf-Wirtschaft zurückgeführt werden kann. Oder wie Verbundstoffe zerlegt werden können, wie beim Autoreifen aus einem Gemisch aus Gummi und einer Karkasse aus Eisen. Da helfen keine Gesetze weiter, sondern Know How, eine Weiterentwicklung mit neuen spezifische Konzepten, neue Anlagen, Entwicklungen mit allen beteiligten Partnern, die zu Testphasen führen und grosse Investitionen mit sich ziehen, bis diese produktiv genutzt werden können.

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Was wir als Recycler alles tun – und tun müssen.  https://bbr.ch/was-wir-als-recycler-alles-tun-und-tun-muessen/ Fri, 03 Mar 2023 09:24:08 +0000 https://bbr.ch/?p=3986 Zum globalen Weltrecyclingtag vom 18. März 2023:

Ein Blick hinter eure Abfallverwertung und die Rechte und Pflichten dahinter.

Mit Umfrage: Was tut ihr so fürs Recycling?

Was wir tun – Teil 1

Wir investieren viel in Mitarbeiter und Maschinen, sind aktiv im Verband VSMR – die Schweizer Recycler und halten uns an Normen und Gesetze, damit aus Abfall wertvoller Sekundärrohstoff und damit neue Produkte entsteht. In der Kreislaufwirtschaft gibt es klar geregelte Pflichten auf Strasse, für Maschinen, Materialien, Energie, Sicherheit – und vor allem den Menschen am Arbeitsplatz. Unser Sicherheits- und Qualitätsbeauftragter Sacha Moser muss sich intensiv um Sicherheit, Paragraphen und Pflichten kümmern und deren Einhaltung kontrollieren. Kein einfacher Job, doch es braucht ihn mehr denn je, und das in allen Standorten in unserer Gruppe.

Fort- und Weiterbildung und die Sicherheit

In einem Reyclingbetrieb ist der Mitarbeitende verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Schwere Maschinen und Werkzeug, Brandgefahr, Giftstoffe, Dämpfe und Staub, schwere Lasten und Absturzgefahr sind nur einige Unfallsituationen, vor denen sich ein Recyclist schützen muss. Das lernen wir in verschiedenen internen und externen Kursen, die Sacha Moser plant.

Ausbildung zum Ersthelfer und /oder Betriebssanitäter
Dieser Grundkurs wird alle zwei Jahre im Refresher erneut als Grundkurs wiederholt. Während dem Jahr führen wir immer wieder eigene Übungen durch, damit die erste Hilfe à jour bleibt. 

Sicherheit an der Arbeit

Berufsunfällen vorzubeugen, ist überlebenswichtig, die suva gibt zur Arbeitssicherheit bereits viel vor. Neu sind wir der Sicherheitscharta beigetreten «Sag’stopp», die eine persönliche Haltung definiert, die den Mitarbeitenden erlaubt, eine Arbeit aus Angst vor Verletzung erst dann zu verrichten, wenn die Gefahr behoben ist. Ein Stopp bei Gefahr, auf das eine Behebung folgt, bevor weitergearbeitet werden. Diese Sicherheitscharta ist für Industrie und Gewerbe zum Schutz der Mitarbeitenden ins Leben gerufen worden – und gilt als Versprechen, das wirklich zählt.

Auch weiteren Gefahren beugen wir vor und lernen den Umgang mit Röntgen- und Laseranalyse Geräten, den Umgang mit der Kettensäge, die Handhabung mit Gefahrengut, die Weiterschulung bei Sonderabfall und die Festhaltung aller Daten, damit eine Rückverfolgbarkeit bestehen bleibt. Ebenfalls für den Brandschutz sind wir weitergebildet und ausgerüstet. Diese Gefahrenbereiche werden regelmässig von den Behörden kontrolliert und mit unseren Wärmebildkameras laufend bewacht. 

Dass es zu einer derartigen Einigung zwischen Suva, den Arbeitgebern und Gewerkschaften gekommen ist, zeigt auf, dass eine Sicherheitscharta einen jeden Mitarbeitenden in einer gefährlichen Arbeitssituation wertschätzen und schützen soll. 

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Uf u dr vo als  Betriebsleiter in unserer Gruppe in Cressier https://bbr.ch/uf-u-dr-vo-als-betriebsleiter-in-unserer-gruppe-in-cressier/ Wed, 08 Feb 2023 16:36:45 +0000 https://bbr.ch/?p=3964 Seit Oktober 2022 ist unser langjähriger Mitarbeiter, Martin Herren, in Cressier als Betriebsleiter tätig. Was er so macht, sehr gerne macht- und vor allem, wie er es macht und wieso er es macht als neuer Chef und altbekannter Mensch – hier im Porträt.

Martin Herren hat vor 23 Jahren bei uns in Cressier begonnen und war bereits beim Bau der Hallen dabei: «Ich bin als Sortiermitarbeiter auf Platz eingestiegen und war vier Jahre im Betrieb in Münchenwiler. Danach holte mich der frühere Betriebsleiter Sacha Moser nach Cressier. Er hat mich sehr motiviert, so wie mich Hans Ueli Bühlmann gefördert hat.»

Gab es eine neue Tat von dir seit Herbst 2022? «Neben den wöchentlichen Gruppensitzungen zwischen den Hallenverantwortlichen und ihren Teams habe ich jeden Montag mit allen 32 Mitarbeitenden eine Informationssitzung eingeführt. Da spreche ich Absenzen, Arbeitseinteilungen und -umteilungen an oder informiere über Materialanlieferungen und bereits geplante Annahmen.» kommentiert Martin seine Erneuerungen als Betriebsleiter.

Worin bestehen die Unterschiede zwischen den beiden Betrieben? «Münchenwiler ist auf Metall spezialisiert, wir hier auf Kunststoffe, Sperrmüll, Holz, Karton und Papier, und – wir bedienen keine Privatkunden an einer Sammelstelle.» stellt Martin klar, der beide Betriebe seit seinen Anfängen bei uns kennt.

Die Chance gepackt

Aufgewachsen in Liebistorf ist der 40jährige Vater von zwei Kindern in Ausbildung ein waschechter Selfmade-Man, der sich über die Jahre sein ganzes berufliches Wissen selber angeeignet hat: «Ich sehe den Sinn in meiner Aufgabe hier, dass wir etwas für die Umwelt tun und soweit wie möglich Rohstoffe in den Kreislauf zurückführen. Auch das Miteinander mit den Menschen, die Kommunikation mit ihnen und die Förderung eines jeden Einzelnen, das gefällt mir sehr.» Er will das zurückgeben, was ihm als junger Mann auch gegeben wurde – Martins Chance sich zu entwickeln: «Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das mir in der Bühlmann-Gruppe seit meinem Beginn hier gegeben wurde. Das ist für mich sehr kostbar.»

Martins Alltag ist sehr vielseitig und interessant, er mag es, nach Lösungen zu suchen, mit frischen Materialien zu arbeiten und die Zusammenarbeit mit den anderen Betriebsleitern.

Dass immer noch soviel von Hand sortiert werden muss, ist eine Tatsache, die Martin so erklärt: «Klar ist das eine anstrengende Arbeit», erklärt er und führt am Beispiel Kunststoff weiter aus: «Der gesammelte Kunststoff aus den anderen Betrieben kommt zu uns nach Cressier. Nach dem Ablad bereitet ein Bagger die Kunststoffe aus, damit unsere Mitarbeitenden von Hand sortieren können. Eine Schale mit Essenresten beispielsweise landet in der thermischen Verwertung, diese können wir also nicht brauchen.» In den Mulden landet vor der Handsortierung alles quer gemischt an Shampoo-Flaschen, Schrumpffolien, plastifizierte Gemische und die gängigsten Kunststoffe wie PP, HDPP, Pet, Polystyrol, PVC: «So viele komplexe Arten von Kunststoffen, die es gibt, auch wir kennen nicht immer alles. Neben dem Wasser- und Flammentest, die unsere Mitarbeitenden kennen, haben wir ein Analysegerät zur Kunststoff-Erkennung. Das grösste Problem haben wir bei den chlorhaltigen Kunststoffen, so wie das PVC mit Flammhemmern an Plastikgehäusen.»

Das Ding mit der Achtsamkeit

«Wenn jeder Einzelne etwas tut, beim Einkaufen auf die Verpackung achtet, sortiert und trennt und es an die Sammelstelle bringt, ist dies auf privater Seite das mindeste. Auf der Herstellerseite wären reine Verpackungsmaterialien wichtig, damit keine Gemische mehr produziert würden.»

Was kann jeder Einzelne tun, um der Umwelt zu helfen? Martin meint: «Wenn jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten recycliert, Batterien, Glas, Pet, Konserven, Alu und so weiter sammelt und an die Sammelstelle bringt, ist das sicher gut. Meiner Meinung nach, ist das Verständnis der Mehrheit halt immer noch zu dürftig, dass Recycling richtig verstanden wird. Wir sind doch keine Abfallmänner.» Die letzten 10 Jahre im Gewerbe sei immerhin viel gegangen. Das sieht Martin bei der Annahme: «Heute haben die Gewerbler Holz, Gips und Abfall vorgetrennt im Betrieb auf ihrem Lieferwagen und bringen es so bei uns an.» 

Mit gutem Beispiel voran

Was lebt Martin als Betriebsleiter vor? «Ich versuche in flacher Hierarchie zu führen. Das bedeutet, dass ich den Leuten Raum lasse, selber zu entscheiden, bis zum Punkt, dass sie etwas selbständig können. Das bedeutet, dass ich stets nachfrage und kontrolliere. Im Ablauf möchte ich die Mitarbeitenden in den Prozess zu integrieren. Alle dürfen ihre Idee äussern, und zusammen entscheiden wir, ob der Ablauf passt.» Martin wurde beim Wechsel als Chef gut akzeptiert: «Ich habe die Leute offen gefragt, ob sie mit dem Wechsel seit Oktober 2022 zufrieden sind, und ob sie Wünsche an mich haben.» Mit seiner Ruhe, die er ausstrahlt und seinem anständigen Umgang und Ton, und seinem Willen, zu helfen, wo er kann, wirkt das Betriebsklima unter Martin sehr friedlich und ausgeglichen – die höchste Frauenquote im Betrieb in Cressier der gesamten Gruppe mag das Klima harmonisieren.

Martins Wunsch ist, sich weiterzuentwickeln, seine Verantwortung zu festigen, bei Konflikten weithin vorauszuschauen und schlichten zu können und nahe bei den Leuten zu sein – es sind immerhin zig Nationen und Kulturen unter seiner leitenden und behütenden Hand: «Ich versuche mehrfach pro Tag direkt zu den Mitarbeitenden raus zu gehen. Zusammen mit den vier Hallenverantwortlichen, meinem Stellvertreter und den Annahmeleitern bekomme ich auch das nötige Feedback zurück, damit es im Betrieb rund läuft.» 

Martin kontrolliert mit seinem Team täglich, dass die Schutzausrüstungen getragen werden: «Wir müssen halt auf die Pflicht hinweisen, wenn ein Mitarbeitender sich nicht schützen will.» Und deshalb fand auch dieses Gespräch unter höchsten Schutzmassnahmen statt.

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